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| Bahia-Blick Nachrichten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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23.02.2008 Tätersuche über das Internet In einer Pionieraktion haben sich Guardia Civil und Mossos d’Esquadra dazu entschlossen, die Fotos von vier Straftätern ins Internet zu stellen, denen Mißbrauch von Minderjährigen zur Last gelegt wird. Damit soll die Bevölkerung aufgerufen werden, sich an der Suche nach diesen Tätern zu beteiligen. Als Beispiel nahmen sich dabei diese beiden Polizeieinheiten den Fahndungserfolg bei dem Kinderschänder Christopher Paul Neil alias Vico, der am 15. Oktober letzten Jahres in Thailand festgenommen werden konnte, nachdem die Polizei ebenfalls sein Konterfei im Internet weltweit bekannt gemacht hatte. Die Behörden gaben auch die Adressen bekannt, unter denen Bürger die Bilder der Straftäter aufrufen können, nämlich www.gdt.guardiacivil.es beziehungsweise www.gencat.net/mossos
Guardia Civil in Kokainraub verstrickt Im katalanischen Ort Martorell sagen derzeit mehrere Angehörige der Guardia Civil sowie ein ehemaliger Nationalpolizist im Zusammenhang mit dem Raub von 400 Kilo Kokain aus einem Container im Hafen von Barcelona aus. Der Vorfall ereignete sich bereits im Jahre 2005, doch zogen sich die Ermittlungen hin. Fünf Polizisten der Guardia Civil und ein ehemaliger Chefinspektor der Nationalpolizei sollen in den Grossraub verwickelt gewesen sein. Damals hatte die amerikanische Drogenbehörde die spanischen Behörden davon in Kenntnis gesetzt, dass von Venezuela aus ein Container mit einer großen Ladung Kokain auf dem Schiffsweg nach Barcelona unterwegs sei. Das Rauschgift sei unter einer Ladung Gambas versteckt. Obwohl sich damals mehrere Beamte der Guardia Civil des Hafens bereit erklärt hatten, den Container zu überwachen, wurde dieser nahe an dem Zaun des Hafengeländes abgeladen und anschließend zwei Mal aufgebrochen, sodass 400 Kilo Kokain daraus verschwanden. Die Guardia Civil von Katalonien unternahm darauf hin eigene Ermittlungen und stellte in einem Bericht fest, dass die jetzt Angeklagten große Geldsummen dafür bekamen, einer Bande von Drogenhändlern Hinweise zu geben; dabei hätten sie polizeiinterne Informationen genutzt. Die Angeklagten behaupteten dagegegen, bei den vorgeblichen Bandenmitgliedern habe es sich um Informanten gehandelt. Inzwischen erklärte der oberste Chef der Guardia Civil in Madrid, Drogenhandel unter Polizisten sei „die schlimmste Korruption, die man sich vorstellen kann“.
Schulbus verunglückt Es hätte noch schlimmer ausgehen können. In Talavera de la Reina war ein Schulbus mit 31 Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren unterwegs, als bei dichtem Nebel ein Pkw versuchte, den Bus zu überholen. Dieser verlor dabei die Herrschaft über das Steuer und gelangte auf die Gegenfahrbahn. Der Unfall ereignete sich gegen acht Uhr früh, als der Bus dabei war, Schüler für mehrere Schulen aufzusammeln. Am Abend waren noch drei der verletzten Kinder im Krankenhaus, die meisten anderen hatten außer dem Schock nur geringfügige Verletzungen erlitten.
Katalanische Gesundheitsbehörde verurteilt Ein Gericht in Barcelona hat die öffentliche Gesundheitsbehörden Kataloniens dazu verurteilt, 55.000 Euro Entschädigung an eine Patientin zu bezahlen, bei der sie irrtümlich keinen Brustkrebs festgestellt hatten. Die Frau hatte die korrekte Diagnose erst durch eine spätere Untersuchung in einer Privatklinik erhalten. Der Fall wirft die Frage auf, ob die von der Gesundheitsbehörde periodisch durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen denn auch wirklich ein zuverlässiges Resultat ergeben oder vor allem dazu dienen sollen, die außerordentlich teuren Apparaturen für Mammographien zu amortisieren.
Badalona entläßt Musiklehrer Die Musikschule von Badalona hat acht Musiklehrer entlassen, die mit einem Streik versucht hatten, ihre Forderung durchzusetzen, als Vollzeitkräfte anerkannt zu werden. Obwohl sie nach eigenen Angaben zwischen drei und neun Jahren an der Schule tätig waren, hätten sie noch immer den Status von Praktikanten gehabt. Sie wollten nun endlich den Status von ordentlichen Lehrkräften erhalten, um Beiträge an die Sozialversicherung zahlen zu können. Die Leitung der Schule bemühte sich in Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterin von Badalona um eine gütliche Einigung. Man sei bereit, die Situation von sieben der acht Lehrer zu regularisieren. Dies lehnten die Betroffenen jedoch aus Solidarität mit dem achten Musiklehrer ab, der von der Regelung ausgeschlossen bleiben sollte. Die Streikenden wurden inzwischen durch Manifestationen der Bürger von Badalona unterstützt.
Der letzte Harry Potter Mit einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren verabschiedet sich Harry Potter vom spanischen Markt. Seit Donnerstag ist er zu haben, der siebente Roman von J.K. Rowling. Unter dem Titel „Harry Potter und die Reliquien des Todes“ kann der Knabe nicht nur anderthalb Millionen spanischer Kinder verzaubern, sondern das Buch ist auch auf Katalanisch und Galizisch zu haben. Die enorme Auflage in Hochspanisch (castellano) ist vor allem für Leser in Lateinamerika gedacht. Die Übersetzung ins Spanische des ursprünglich englischen Buches kam ziemlich spät: nur die finnische, japanische, albanische und georgische Übersetzung werden noch länger auf sich warten lassen. Der spanische Verlag Salamandra, der die spanische Ausgabe besorgt, entschuldigte die Verspätung auf dem Markt damit, dass man hohe Anforderungen an die Übersetzerin Gema Rovira stelle.
Zapatero liegt vorn Bei den Parlamentswahlen vom 9. März zeichnet sich schon jetzt ein Wahlsieg des bisherigen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero ab. Alle Prognosen sprechen von mindestens 3,5 Prozent Vorsprung des Sozialisten gegenüber dem PP-Kandidaten Mariano Rajoy, der nun auch – wie vor ihm schon Zapatero – seine Ehefrau in die Schlacht um Stimmen schickt. Unter dem Motto „Candidata Elvira“ stellt ein so seriöses politisches Magazin wie „El Tiempo“ das „unbekannte Leben der Ehefrau von Mariano Rajoy“ in aller Breite öffentlich dar. In scheinbarem Widerspruch dazu gingen alle ernsthaften Wahlbeobachter davon aus, dass es die Minderheiten sein werden, die letztendlich den Ausschlag geben, denn eine klare Mehrheit werde es vermutlich am Abend des Wahltages nicht geben. Beide Spitzenkandidaten setzen auf die beiden Fernsehduelle, die am Montag den 25. Februar und am folgenden Montag, dem 3. März von dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen TVE ausgestrahlt werden. Es verspricht bis zum letzten Moment spannend zu bleiben.
ETA-Anschläge befürchtet Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba gab bekannt, dass sämtliche Polizei-und Sicherheitskräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt wurden, um etwaige Anschläge der ETA zu verhindern. Obwohl es der Terrororganisation „egal“ sei, „ob PP oder Sozialisten gewinnen“, so der Minister, gehe man in seinem Ministerium doch davon aus, dass die ETA alles versuchen werde, um den Wahlkampf mit einem Anschlag zu stören. Auch das spanische Militär werde deshalb in Schutz- und Überwachungsfunktionen eingebunden. Ziel von Anschlägen könnten große Kaufhäuser, öffentliche Transportmittel, Sportveranstaltungen und insgesamt alle öffentlichen Gebäude werden. Die ETA-Aktivisten seien hochgradig nervös und ungeduldig, weil in letzter Zeit eine große Zahl von ihnen verhaftet wurde. Unterdessen kam Spanien mit Frankreich überein, die Fotos von gesuchten Terroristen im Nachbarland zu veröffentlichen. Bereits im letzten Jahr hatte Frankreich 46.000 Plakate mit den Fotos von sechs gefährlichen Etarras veröffentlicht, von denen zwei anschließend in Frankreich verhaftet werden konnten. Derzeit stehen in Paris drei Tatverdächtige vor Gericht, denen Erpressung von Unternehmern und Zugehörigkeit zum finanziellen Kreis der ETA vorgeworfen wird. Staatsanwalt Christophe Teissier forderte 15 Jahre Haft für jeden der Täter. Die spanischen Sicherheitsbehörden untersuchten in den letzten Tagen und Wochen auch die Netzwerke von Islamisten in Spanien. Konkrete Hinweise auf ein mögliches Attentat gebe es aber nicht.
Neuer Chef der Jesuiten von Katalonien Während in Rom der neue „schwarze Papst,“ der oberste Jesuit Adolfo Nicolas von Papst Benedikt 16. in sein Amt eingeführt wurde, wählten die katalanischen Jesuiten ebenfalls einen Oberen. Es ist Lluis Magriñà, der sich seit über 40 Jahren in den USA, Afrika und Rom für die Belange von Bedürftigen und Benachteiligten eingesetzt hat. Seine Wahl wurde allseits begrüßt. Magriñà wurde 1946 in Barcelona geboren und studierter Theologe. Lange Jahre widmete er ganz der Kooperation und Entwicklungshilfe, darunter auch im Tschad. Der Katalane spricht fließend Englisch, Französisch und Italienisch.
17% Ausländerkinder Im Jahr 2006 kamen rund 82.000 Kinder in Katalonien auf die Welt, davon 14.300 als Kinder von zwei ausländischen Elternteilen. Das waren mehr als 17 Prozent aller in dem Jahr geborenen Kinder. Im Jahre 2000 waren es erst 6,4 Prozent der Geburten gewesen, bei denen beide Eltern Ausländer waren. Umgekehrt gerechnet bedeutet dies, dass nur noch knapp 73 % Mutter und Vater spanischer Nationalität hatten, während es im Vergleichsjahr noch knapp 88% gewesen waren. In den größeren Städten sind es Hospitalet und Santa Coloma, wo erstmal die Dreißig-Prozent-Marke von Ausländerkindern überschritten wurde.
22.02.2008 Spanische Archäologen finden Grab in Luxor Rund 1.500 Jahre vor Christus begruben Ägypter einen hochrangigen Krieger bei Luxor und jetzt wurde sein gut erhaltenes Grab wiederentdeckt. Eine Gruppe von Archäologen unter Führung des Spaniers José Manuel Galán waren letzte Woche dabei, an der alten Begräbnisstätte Dra Abul Naga von Luxor eine Routinegrabung durchzuführen, als sie auf das Grab stießen. Die Mumie des Kriegers lag in einem von Termiten leicht angefressenen Holzsarg, der reich bemalt war und die Inschrift „Iker“ trug, was in der damaligen Sprache soviel bedeutete wie „der allerbeste“ Die Fachleute konnten nicht unmittelbar feststellen, ob der Tote Ägypter, Nubier oder Libanese gewesen war. Sicher schien allerdings, dass der Mann zu Lebzeiten der berühmten ägyptischen Königin Hatshespsut gedient hatte. Der spanische Leiter der Ausgrabung zeigte sich hoch erfreut darüber, aus jener fernen Zeit ein fast unbeschadetes Grab gefunden zu haben, da dieses aus den Zeiten der Elften Dynastie am Nil sehr selten ist.
Magenreduzierung schon bei Jugendlichen Das berühmte Krankenhaus Vall d’Hebrón in Barcelona will in Zukunft das Übergewicht schon bei heranwachsenden Jugendlichen bekämpfen, notfalls mit einem chirurgischen Eingriff. Nachdem erst kürzlich innerhalb weniger Tage zwei Frauen überraschend verstorben waren, nachdem sie sich einen Ring zur Einengung des Magenumfanges hatten einsetzen lassen, ist diese Methode in Spanien in die Kritik geraten. Das öffentliche Gesundheitswesen in Katalonien hatte in den Jahren 2006 und 2007 nur insgesamt fünf Mal einen solchen Eingriff bei Heranwachsenden vorgenommen und auch nur, weil extremes Übergewicht herrschte. Die Fachärzte des Vall d’Hebron stellten nun eine neue Methode vor, die ihrer Meinung nach weniger radikal ist: Unter örtlicher Betäubung wird auf dem Wege der Endoskopie ein Silikonballon in den Magen eingeführt. Dieser ist leer, wird aber, nachdem er im Magen angekommen ist, mit 400 bis 600 Kubikzentimetern Serum aufgefüllt. Da dieser Ballon damit einen großen Teil des Magens ausfüllt, braucht dieser weniger Nahrung, um sich satt zu fühlen. Normalerweise wird ein solcher Ballon nach sechs Monaten wieder entfernt. Innerhalb dieser sechs Monate verliert der Patient durchschnittlich 20 Kilo Gewicht. Parallel zu dem Eingriff wird der Patient zu einer Diät angehalten und soll sich viel bewegen. Die Ärzte hoffen mit dieser schonenden Behandlung auch Nebenwirkungen von Übergewicht reduzieren zu können wie Prädiabetes 2, zu viel Cholesterol, Bluthochdruck und Fettleber. Wenn Fettleibigkeit nicht in der Jugend behandelt wird, verkürzt sie die Lebenserwartung um bis zu 20 Jahre.
Spanien fleißig bei der Mülltrennung Nach neuesten Statistikdaten erreicht Spanien inzwischen bereits 56% Mülltrennung bei Hausmülle und Glas. Damit nähert es sich den von der EU vorgegebenen Werten von 60% bei der getrennten Entsorgung von Glas an. Glas kann besonders gut wiederverwertet werden. Im letzten Jahr warfen die Spanier die beträchtliche Menge von 658.000 Tonnen gebrauchtes Glas in die dafür vorgesehenen grünen Container. Durchschnittlich entfielen damit auf jeden Bürger 14,5 Kilo Glas. Neue Überlegungen des Umweltministeriums in Madrid gehen dahin, dass man gebrauchte Weinflaschen nicht wegzuwerfen und wieder aufzubereiten braucht, sondern sie ohne weiteres ein zweites Mal verwenden kann. Vor allem in ländlichen Gegenden und in der Nähe von Kooperativen sollte es möglich sein, die Verbraucher dahin zu bringen, ihre leeren Weinflaschen wieder an einem Sammelpunkt einzureichen, anstatt sie in den Container zu werfen, wo sie zunächst zertrümmert werden müssen, ehe man das Glasmaterial weiterverarbeiten kann. Die Ministerin Cristina Narbona ist derzeit damit beschäftigt, das neue Konzept zu prüfen.
AVE in zehn Jahren amortisiert? Nun geben es endlich auch die Zeitungen zu: die Verzögerung der Inbetriebnahme des Hochgeschwindigkeitszuges AVE zwischen Barcelona und Madrid hat lange Zeit die Tatsache in den Hintergrund gerückt, dass es bei dem Bau um eine der modernsten Neuerungen in der Infrastruktur eines Landes ging. Nach einem Bericht aus dem zuständigen Ministerium in Madrid wurde jetzt vorgerechnet, dass sich die 10.000 Millionen Euro (zehntausend Millionen Euro!) in zehn Jahren bereits amortisiert haben werden. In den sechs Provinzen, durch die die Reise von der katalanischen in die spanische Haupt geht, rechnet man überdies mit einer Steigerung des Bruttoinlandsproduktes um jeweils 1.000 Millionen pro Jahr. Es handelt sich dabei um die drei katalanischen Provinzen Barcelona, Tarragona und Lerida sowie Zaragoza, Guadalajara und Madrid. Nicht berücksichtigt wurde bei dieser Studie der Goldregen, der auch die angrenzenden Provinzen und Regionen treffen dürfte, wenn der Verkehr erst einmal mit voller Kraft läuft und die hochgerechneten acht bis zwölf Millionen Fahrgäste pro Jahr transportiert werden. Nicht so stark beachtet, aber in Wirklichkeit wesentlich wichtiger als die Wohltaten, die der rasende Stahlwurm der Erde bringt, dürfte die Tatsache sein, dass mit diesem neuen Verkehrsmittel jährlich 250.000 Tonnen CO2 eingespart werden, die also n i c h t in die Atmosphäre geblasen werden.
Die Altmeister sollen noch einmal ran Der frühere Ministerpräsident Felipe González hat noch einmal sein ganzes Gewicht in die Waagschale geworfen. Trotz persönlicher Differenzen oder einer Art „Unvereinbarkeit der Charaktere“ hat sich der Sozialist, der in den achtziger und neunziger Jahren vier Mal gewählt wurde, dem Wahlkampf Seit an Seit mit seinem Parteigenossen José Luis Rodríguez Zapatero verschrieben. In acht Veranstaltungen des Vorwahlkampfes trat der Andalusier wieder vor ein begeistertes Publikum, zehn weitere Auftritte während der heißen Phase des Wahlkampfes, der am heutigen 22. Februar beginnt, sollen folgen. In scharfem Kontrast dazu wird der alte Ministerpräsident der PP, José María Aznar, nur drei Mal auftreten und das nicht einmal namens und im Auftrage seiner Parteispitze, sondern auf Wunsch von Ortsverbänden der PP in Oviedo, Madrid und Murcia. Nun hat allerdings auch Felipe González gewisse Wünsche vorgebracht, wenn er den Wahlkampf von Zapatero unterstützen soll. Einer davon lautete, nicht mit dem derzeitigen Regierungschef zusammenzutreffen wie am 16. Februar in Hospitalet. Auch Mariano Rajoy von der PP vermeidet einen gemeinsamen Auftritt mit Aznar: zu sehr würde da das neue Motto des gelernten Registrators des Grundbuchamtes Rajoy : „Blick in die Zukunft“ mit den Ideen des erzkonservativen hochgedienten Steuerinspektors Aznar kollidieren. Die beiden inzwischen bestätigten Fernsehduelle zwischen den Spitzenkandidaten der Sozialisten und Konservativen am 25. Februar und am 5. März werden aller Voraussicht nach die Nation in Atem halten. AE
Sie sollten Kosovo applaudieren und blieben fern Genau das, was Madrid davon abhielt, die einseitige Loslösung des Kosovo aus dem Verbund mit Serbien, von dem es nur eine Provinz darstellte, gutzuheißen, machte sich inzwischen in Spanien bemerkbar: die Separatisten witterten Morgenluft. So hatte sich die derzeit in der Opposition befindliche bürgerliche Katalanistenpartei CiU vorgenommen, in ihrem Regionalparlament eine Resolution zu verabschieden, in der diese Sezession des Kosovo gutgeheißen würde, gleichzeitig mit der dringenden Bitte an die Europäische Union, diesen neuen „Staat“ anzuerkennen. Und dann das: elf Abgeordnete blieben der Sitzung fern, sodass die Abstimmung durchfiel. Ausgerechnet bei einer Angelegenheit, in der sich die CiU bereit erklärt hatte, gemeinsame Sache mit der ERC, den scharfen Linkskatalanisten zu machen, mit denen man sonst nichts zu tun haben will: hatte die derzeitige Dreierkoalition aus eben der ERC, den Sozialisten und den Grünen doch die CiU um den Wahlsieg betrogen. CiU hatte nämlich die meisten Stimmen bekommen, doch die späteren Absprachen brachten eine andere Mehrheit zustande und wiesen so die zahlenmäßig siegreiche CiU auf die Oppositionsbank. Oriol Pujol, Sohn des ewigen Expräsidenten Jordi Pujol, spie Gift und Galle und drohte gegen die Parteifreunde, die ihn so schnöde hatten sitzen lassen, Sanktionen an. Dessen ungeachtet gaben einige CiU-Abgeordnete offen zu, dass die Partei sich in Sachen Kosovo ganz schön blamiert habe. AE
21.02.2008 Die Bürgermeister unter sich Die Inbetriebnahme des Hochgeschwindigkeitszuges AVE zwischen Barcelona und Madrid brachte am Dienstag den Madrider Bürgermeister Alberto Ruiz-Gallardon in die katalanische Hauptstadt. Im Palast Albéniz in der Oberstadt traf der PP-Politiker mit dem Sozialisten Jordi Hereu zusammen. Dieser Palast untersteht zwar der Stadt Barcelona, gilt aber gleichzeitig als gelegentlicher Aufenthaltsort für die Königsfamilie. Die beiden Bürgermeister waren sich darin einig, dass diese neue Schnellverbindung, die die beiden Städte in zwei Stunden und 38 Minuten zusammenführt, zu einer noch größeren Verbundenheit zwischen Madrid und Barcelona beitragen werde. Angesichts der bevorstehenden Parlamentswahlen konnte die Unterredung der beiden Politiker das Thema Wahlkampf nicht aussparen. Ruiz-Gallardon bestätigte, dass er bei der Eröffnung des heißen Wahlkampfes, der am 22. Februar beginnt, in Katalonien für die PP auftreten werde.
Vom Schrottplatz zum Sportfeld Die ehemalige Stierkampfarena von Figueras liegt seit 1990 zwar in den Händen der Stadtverwaltung, gleichzeitig aber auch in Ruinen. Sie wird seit über 15 Jahren als Abstellplatz für Autos genutzt, die die städtischen Kranwagen abgeschleppt haben. Das soll sich jetzt gründlich ändern. Ein Sportkomplex mit über 4.000 Quadratmetern Fläche soll entstehen, in dem eine Turnhalle, ein Schwimmbad, ein Fitnessraum und eine Sauna untergebracht sein werden. Das neue Gebäude soll drei Stockwerke erhalten und die Bauarbeiten im Herbst dieses Jahres beginnen.
Königin Sofia in Kambodscha Königin von Spanien zu sein ist heutzutage ein weltumspannendes Geschäft. So reiste Doña Sofia dieser Tage nach Kambodscha in Sachen humanitärer Hilfe. Ihr Besuch gilt mehreren nichtstaatlichen Organisationen, die mit spanischer Unterstützung in Fernasien tätig sind. Dort trifft die Königin auf den spanischen Priester Kike Figaredo, der sich der Opfer von Tretminen annimmt. Die kambodschanische Aktivistin Somaly Man wiederum versucht junge Frauen, die zur Prostitution gezwungen wurden, wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Auch einige andere Institutionen, die im Rahmen der Spanischen Agentur für Kooperation in Kambodscha tätig sind, besucht die Monarchin. Königin Sofia machte in Bangkok Zwischenstation, um dem thailändischen König ihr Beileid zum Tode einer seiner Schwestern auszusprechen. Die kambodschanische Hauptstadt Phnom Phen trägt noch immer die Narben der Terrorherrschaft der Roten Khmer, doch soll die internationale Hilfe dazu beitragen, diese traumatische Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Polizeichef fuhr betrunken Auto Mit der dreifachen Dosis Alkohol im Blut, wie sie die neue Strassenverkehrsordnung gerade noch erlaubt, fuhr der Chef der Ortspolizei von Mataró vor einigen Tagen im frühen Morgen durch die Diagonal von Barcelona. Da geriet er in einen Alkoholtest, der zwar als Routinekontrolle angesetzt war, dem seit 1986 im Polizeidienst befindlichen Mann aber zum Verhängnis wurde. Ein Gericht in Barcelona verurteilte ihn zu acht Monaten Führerscheinentzug, einer Geldstrafe von 480 Euro und 21 Tagen gemeinnützigem Dienst. Ironie der Weltgeschichte: der 56jährige Mann, den die katalanische Presse mit vollem Namen nannte, weil er offensichtlich kein Katalane war (bei katalanischen Tätern beschränkt man sich meist auf die Anfangsbuchstaben des Namens), kam von einer Feier aus Anlaß des 20. Jahrestages seines Bestehens einer juristischen Ausbildung, die er neben seiner Militärausbildung als Zweitkarriere absolviert hatte. Da der Angeklagte sein Vergehen gegen die Verkehrssicherheit sofort zugab, wurde ihm Straferleichterung gewährt. Trotzdem bleibt der Vorfall ein schwarzer Fleck auf der ansonsten reinen Weste dieses Polizisten, zu dessen wichtigsten Aufgaben es in seinem Ort Mataró gehörte, für die Sicherheit der Menschen im öffentlichen Verkehr zu sorgen.
Merck verlangt Kostenreduktion Das multinationale deutsche Unternehmen Merck sieht die Zukunft ihres Werke in Mollet del Vallès in der Provinz Barcelona gefährdet, wenn dort nicht kostenbewusster produziert wird. Die Vorstandsvorsitzende von Merck Spanien, Laura González-Molero, nannte als wichtigstes Ziel, das Fernbleiben vom Arbeitsplatz von erschreckenden 11,4 Prozent auf den Durchschnittwert anderer Werke zu senken. Dort liegt er bei knapp vier Prozent. Derzeit, so führte González-Molero aus, überstiegen die Kosten die der Firmen in Deutschland, Frankreich und Österreich. In Mollet sind derzeit rund 600 Personen beschäftigt. Um die Kosten zu reduzieren, ist daran gedacht, 100 Arbeitsplätze abzubauen. Die Gewerkschaften befürchten, dass diese Maßnahme der erste Schritt auf dem Weg eines gestaffelten Rückzuges von Merck aus Spanien sein könnte.
Im Palau de la Música Catalana (Palast der katalanischen Musik) Konzertsaal in Barcelona demnächst zu hören: Am Samstag den 1. März um 22.15 Uhr La Traviata von Verdi
Am Sonntag, den 2. März um 19.00 Uhr Berühmte Opernchöre – Verdi –Bizet – Wagner.
Am Samstag, den 8. März um 22.30 Uhr Carmina Burana von Carl Orff und Beethovens 9. Symphonie
Am Samstag, den 15. März um 22.15 Uhr Das Requiem und die Symphonie Nr. 40 von Mozart Kartenvorverkauf am Palau direkt: Telefon 93 295 72 00
Jazz in Terrassa Vom 20. Februar bis 16. März findet in Terrassa das 27. Jazz- Festival statt, bei dem 275 spanische und international Künstler insgesamt 42 Konzerte bestreiten werden. 16 davon werden gratis sein, die anderen kosten Eintritt. Die deutsche Gruppe Monk’s Casino kommt bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal nach Terrassa. Freuen Sie sich auf Spezialisten wie Martial Solal, Niño Jesele, Eri Yamamoto, Rhoda Scott, Ann Hampton Callaway, Charles McPherson sowie die Gruppe Fusión Metro. Am 9. März findet zum 10. Mal das Picknick-Jazz Vallparadis unter freiem Himmel statt.
20.02.2008 Fahrräder verschenken Gemäss der Volksweisheit, dass „neue Besen kehren gut“ läßt sich die nach den letzten Gemeinderatswahlen ins Rathaus von Castelló eingerückte Mannschaft ständig neue Dinge einfallen. Nicht nur die kometenhafte Erhöhung der Steuern und städtischen Abgaben, nein auch positive Ideen wie zum Beispiele diese: das Rathaus will - ähnlich einer Blut- oder Samenbank – nun eine „Fahrradbank“ einrichten. Das klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: wer ein Fahrrad besitzt, das seinem Kind zu klein geworden ist oder einer alten Dame zu mühsam, weshalb sie es nicht mehr nutzen will, der kann das Gerät in Zukunft im Rathaus abgeben und dortige Beamte bemühen sich dann darum herauszufinden, wer ein solches Fahrrad am nötigsten braucht. Die Zuteilung wird so gerecht wie möglich gestaltet und die Räder werden selbstverständlich kostenlos weitergegeben.
Drei Millionen Euro für Dalís Geburtshaus Die Wohnungsministerin Carme Chacón kam am letzten Mittwoch wie angekündigt nach Figueras und überbrachte Bürgermeister Santi Vila die frohe Botschaft, dass ihr Ministerium satte drei Millionen Euro bereitstellt, um das Geburtshaus von Salvador Dalí zu modernisieren. Was wie ein Geschenk des Himmels aussah, war in Wahrheit das – allerdings erfreuliche – Endergebnis von nicht weniger als zwölf Jahren zäher Verhandlungen zwischen Madrid und den verschiedenen Vorgängern in der Stadtverwaltung von Figueras. Im Laufe des Sommers will Stadtarchitekt Joan Falgueras erste Umbaupläne vorlegen und anschließend ein Projekt über die Nutzung des Hauses als Museum. Zu dem Akt mit der Ministerin, die trotz ihrer Schwangerschaft bei den Parlamentswahlen als Spitzenkandidatin der Sozialisten in Barcelona antritt, waren viele Vertreter von Presse und Fernsehen erschienen.
Müllgüter als Zweithandware In der Gemarkung des Hohen Ampurdan hat man sich eine originelle Idee einfallen lassen: viele Menschen werfen Güter in die Mülltrennanlagen, die durchaus noch zu gebrauchen sind – nur eben nicht für den Besitzer. So soll es künftig einen Zweithandmarkt für diese gebrauchten Gegenstände geben. Um die Idee bekanntzumachen, sollen in Kürze entsprechende Handzettel in den Orten verteilt werden, wo solche Mülltrennungsanlagen bestehen und Interesse an einem solchen Stand zum Kauf von Zweithandwaren besteht.
Eine Stadt für Heimkehrer nach Gambia Für die Menschen, die eine Zeitlang in Katalonien gelebt haben, aber in ihre Heimat Gambia in Schwarzafrika zurückkehren möchten, will der Spanier Robert Cayuela eine ganze Stadt bauen. Im Distrikt Niumi, nahe der Ortschaft Bunidú, soll auf 350.000 Quadratmetern Fläche eine komplette neue Stadt mit 300 Häusern, medizinischer Versorgung, einem Hotel, zwei Schulen, einem Fußballplatz, einem Warenlager für Lebensmittel und einer Moschee entstehen. Die Regierung von Gambia ist begeistert von dieser spanischen Initiative und auch der Konsul von Gambia in dieser Region, Kassim Njie ist hoch erfreut. Das Projekt firmiert unter Planet Home Cayuela Gambia Limited und will zunächst mit 100 Wohneinheiten beginnen. Diese Einfamilienhäuser bestehen aus Porche und Garten und Häusern zwischen 80 und 90 Quadratmetern Fläche auf Parzellen mit 400 m2. In den Schulen soll sogar Katalanisch unterrichtet werden, freut sich Konsul Njie. Das Projekt liegt in einer Touristengegend von Gambia und verspricht, wenn die bürokratischen Hürden überwunden sind, eine Menge neuer Arbeitsplätze für die einheimische Bevölkerung. Derzeit leben nach Schätzungen 7.000 Schwarze aus Gambia in Katalonien.
Mann aus Ampuriabrava Sieger beim Calçotsessen Am letzten Sonntag fand in Vilafant das traditionelle Calçotswettessen statt. Sie wissen schon: diese frischen Zwiebelschösslinge, die man in einem heißen Dachziegel gart und mit verschiedenen scharfen Saucen in den Schlund gleiten läßt. Miquel Palma aus Ampuriabrava gewann mit 1.290 Gramm verschlungener Zwiebeln den ersten Preis, denn er schaffte es in einer halben Stunde. Der zweite Preisträger war Carmelo Navarro, der immerhin 1.215 Gramm schluckte und der dritte sein eigener Sohn, Joan Navarro, der es immerhin noch auf 1.110 Gramm brachte. Obwohl zunächst nur sechs Kandidaten antreten sollten, erweiterte man die Teilnahme auf das gesamte Publikum von Vilafant und am Schluß waren es dann acht Kandidaten. Sie verschlangen zusammen die stolze Summe von 1.000 Zwiebeln. Da die katalanischen Zeitungen keine Berichte über den Gesundheitszustand der Teilnehmer nachschoben, durfte man davon ausgehen, dass sie es ohne negative Folgen für Leib und Leben überstanden, wenn auch vielleicht nicht ganz ohne Bauchschmerz und Blähungen.
Blutspendeaktion Am Mittwoch, den 20. Februar können Sie im Gemeindesaal von Castelló d’Empúries von 17.00 bis 21.00 Uhr Blut spenden. Am Freitag ist das Im Hospital von Figueras von 16.00 bis 21.00 Uhr möglich und Samstag in der Mittelschule von Figueras von 10.00 bis 14.00 und von 16.00 bis 20.30 Uhr. Die gesammelten Spenden versorgen mehr als 120 Krankenhäuser in Katalonien. Nach Meinung von Fachleuten ist das echte Blut von Spendern das einzige, das in vollem Umfang für Bluttransfusionen geeignet ist.
Duran Lleida macht Wahlkampf Nur fünf Tage nach der operativen Entfernung eines bösartigen Tumors in der Lunge will Josep Antoni Duran Lleida doch noch in den Wahlkampf ziehen, allerdings nicht mit der selben Kraft, die man von dem CiU-Politiker sonst gewohnt ist. Schliesslich hatte man ihm zur Entfernung des Tumors den Brustkorb öffnen müssen, was normalerweise eine absolute Ruhepause von mindestens einem Monat erfordert. Duran gilt innerhalb der Koalition von Convergencia und Unió als der besonnenere Politiker, obwohl auch er „Nationalist“ ist, sprich Katalanist.
Attentäter der T-4 sollen ausgeliefert werden Die in Frankreich verhafteten mutmaßlichen Terroristen des Kommandos Elurra der ETA, Joseba Iturbide und Mikel San Sebastián, sollen in Kürze nach Spanien ausgeliefert werden. Ihnen wird die Teilnahme an mehreren Attentaten zur Last gelegt, zuletzt die an dem Anschlag auf das Terminal 4 des Flughafens Madrid-Barajas, bei dem zwei junge Lateinamerikaner ihr Leben verloren.
19.02.2008 AVE beginnt mit 32 Zügen
Diese Züge sind so entworfen, dass der Passagier durch die Frontscheibe sehen kann und so einen Panoramablick genießt, wenn die Stahlschlange leise zischend durch die Landschaft gleitet. Die hohe Geschwindigkeit wird den Fahrgästen dabei kaum bewußt, weil die Gleise in der freien Landschaft verlegt sind, sodass der Blick nicht an Häuserzeilen vorbeirast und dem Gehirn so die ungeheuere Geschwindigkeit vermittelt, mit der der Mensch sich da auf sein fernes Ziel zubewegt. Die Züge sind außerdem mit einer reichen Auswahl von Musikprogrammen ausgestattet, um dem Fahrgast die Rekordreisezeit von 2 Stunden und 38 Minuten für die Fahrt von Barcelona nach Madrid noch einmal zu verkürzen, wenn auch nur „gefühlt“. Es gibt klassische Musik, Jazz und Popmusik zu hören und für die Zukunft ist sogar daran gedacht, literarische Darbietungen zu bringen. Um alle Welt zufriedenzustellen, werden diese Ausflüge in Poesie und Literatur nicht nur auf Spanisch, sondern auch in den Regionalsprachen Katalanisch, Galizisch und Baskisch gesendet werden. Der damit beauftragte Aberlardo Carrillo gab unumwunden zu, dass dieser Kanal sicherlich „konfliktiv“ sein werde, denn er könne vermutlich „nicht jedermann zufriedenstellen“.
Cavalia noch bis 3. März
Greisensport ein Erfolgsrezept Dass das Alter beim Sport nicht unbedingt maßgebend ist, bewiesen am Wochenende Veteranen mehrerer Disziplinen in Oviedo. Über 700 alte Herrschaften nahmen an den 19. Spanischen Meisterschaften für das „dritte Alter“ in der Hauptstadt Asturiens teil. Der 85jährige Francisco Gil gewann die 800- Meter-Strecke im Schnellauf; die Katalanin Carmen Fuster war mit ihren 71 Jahren die Erfolgreichste im Kugelstoßen und Albert Joaniquet gewann mit 74 Jahren den dreifachen Weitsprung. Im März findet die Weltmeisterschaft in diesen Kategorien für Greise im französischen Clermond-Ferrand statt.
Bald ein spanisches Kosovo? Wie nicht anders erwartet, hat die einseitige Sezession des Kosovo aus dem serbischen Teil Exjugoslawiens die Separatistengelüste in Spanien angefacht. Die baskische Regionalregierung bezeichnete die Initiative als „eine Lektion, die man lernen sollte“ und auch die Katalanen bezeugten ihre Zufriedenheit mit dem Schritt der Kosovo-Albaner. Der ERC-Politiker Carod-Rovira gab der Hoffnung Ausdruck, dass die spanische Regierung „nicht die Letzte sein“ möge, um „das neue Land anzuerkennen und sich damit auf die Höhe Europas zu stellen“. Die spanische Regierung ist allerdings außerordentlich beunruhigt über die einseitie Initiative, gerade weil sie anderen kleinen Regionen Aufschwung zu ähnlichen Initiativen geben könnte. Im Kosovo sind außerdem 585 spanische Militärs stationiert und Madrid macht sich offenbar Sorgen um diese Soldaten, falls die Unabhängigkeitserklärung doch nicht so friedlich verläuft wie die jubelnden Menschen in Pristina gestern erhoffen ließen. Der spanische Außenminister Moratinos hielt sich jedenfalls bedeckt. Es wird erwartet, dass er die Einstellung Europas insgesamt zu diesem Schritt beobachten will, ehe er sich im Namen seiner Regierung dazu äußert. So kurz vor den Parlamentswahlen ist das balkanische Abenteuer den Politikern in Madrid jedenfalls außerordentlich unwillkommen. AE
Algerische Einwanderer steuern Mallorca an Bisher kamen vor allem Marokkaner in den sogenannten pateras nach Spanien – sofern sie die Küste überhaupt lebend erreichten. Jetzt entschließen sich immer mehr Algerier ebenfalls zu dem Sprung über das Meer, um auf der Iberischen Halbinsel oder den Balearen eine bessere Zukunft zu finden. Bisher wurden bereits 14 Holzboote registriert, die auf diese Art und Weise vorwiegend junge Algerier einschleusten. Sie halten sich dabei meist an die Routen, die zuvor die Haschischhändler benutzt hatten. In den letzten beiden Jahren wurden knapp 900 Algerier von den spanischen Behörden festgenommen. Im Januar dieses Jahres kamen bereits 160 Immigranten dazu, von denen die meisten über das Cabo de Gata, Granada, Murcia oder Malaga einsickerten.
So modern war der Irak Heute ist Bagdad dank der amerikanischen Invasion und Bombardierung weitgehend eine Ruinenstadt, aber vor fünfzig Jahren war sie hochmodern, westlich ausgerichtet und international. Das beweisen die architektonischen Projekte, die Architekten wie Walter Gropius, Frank Lloyd Wright und Le Corbusier vor der Ära Saddam Hussein dort realisierten. Auch der Katalane Lluis Sert verewigte sich in der irakischen Hauptstadt und hinterließ dort Spuren, indem er – Ironie der Geschichte – ausgerechnet das Gebäude der amerikanischen Botschaft entwarf. Jetzt soll ein Gemeinschaftsprojekt des Universitätsprofessors Pedro Azara aus Barcelona und des spanischen Botschafters in Bagdad, Ignacio Rupérez den alten Glanz in Form von verkleinerten Modellen in einer Ausstellung in Barcelona wieder auferstehen lassen. Inzwischen funktioniert trotz des Kriegszustandes die Architekturschule von Bagdad wieder und Spanien übersandte auf Schleichwegen 50 Kilo Fachbücher nach dort. Der katalanische Architekt Ricardo Bofill entwarf für Saddam Hussein eine Moschee für bis zu 30.000 Menschen, gab das Projekt aber nach dem irakisch-iranischen Krieg auf, da dem Diktator das Geld für solch hochfliegende Pläne ausging. Die geplante Ausstellung soll nicht nur das Interesse von Fachleuten für avangardistische Architektur wecken, sondern als Nebeneffekt auch eine Annäherung an einen Irak fördern, der schon einmal weltoffen und fremdenfreundlich war. AE
Minderjähriger fiel aus dem Fenster der Wohnung eines Päderasten Ein schlimmeres Ende kann man kaum finden. Ein 15jähriger Junge aus Lateinamerika kämpfte am Wochenende in der Intensivstation eines Krankenhauses in Barcelona ums Überleben, nachdem er aus dem dritten Stock einer Wohnung in der Oberstadt gefallen war. Der Junge hatte sexuelle Dienste gegen Geld angeboten . Die Polizei nahm einen 40jährigen Mann fest, der zugegeben hatte, diese Dienste des Minderjährigen in Anspruch genommen zu haben. Es handelte sich um einen Kellner aus der Dominikanischen Republik, der in Barcelona arbeitete. Angeblich sei der Junge aber freiwillig von dem Balkon der Wohnung gesprungen, nachdem es einen Streit wegen einer Geldsumme gegeben hatte. Ein Nachbar gab zu Protokoll, er habe in der Wohnung nebenan Stimmen gehört . So habe der Minderjährige geschrieen, der Mann möge das Messer weglegen und ihn nicht weiter bedrohen. Die Ermittlungen waren am Montag noch nicht abgeschlossen.
18.02.2008 Immer mehr Windkraftenergie
Mobilfunkkongress mit Rekordzahlen Der am Donnerstag in Barcelona zu Ende gegangene Weltkongress des Mobilfunks hat mit 55.000 Besuchern die Vergleichszahlen des Vorjahres noch einmal um zehn Prozent überschritten. Es war das dritte Mal, dass der Mobile World Congress (MWC) in der katalanischen Metropole stattfand. Hier wurden 1.300 Stände aufgebaut, 30.000 Quadratmeter Konferenzsäle bereitgestellt und 2.700 Journalisten akkreditiert, um über die Neuheiten der Branche zu berichten. Diese bestanden aus neuen Terminals, neuen Systemen, neuen Anwendungen und neuen Netzen. Die positive Note bei einem solchen Massenaufgebot an Material und Menschen gaben die Polizeibehörden bekannt: die Zahl der Diebstähle sank gegenüber dem Vorjahr um 45%, nämlich von 112 auf 61 Vorfälle. Und als Anekdote: eine Führungskraft einer der Mobilfunkunternehmen wurde von der Polizei gestoppt und mit einer Strafe von 40 Euro belegt, weil er vor den Toren des Messegeländes in seinem fahrenden Mercedes ein Handygespräch geführt hatte.
Weiterhin gute Wirtschaftsaussichten Die spanische Wirtschaft schloß das vergangene Jahr mit einem Wachstum von 3,8 Prozent ab. Das war zwar eine Dezimalstelle unter dem Wachstum von 2006, doch lassen die wirtschaftlichen Verhältnisse, so der Wirtschaftsfachmann Pedro Solbes in der Regierung Zapatero, auch für die Zukunft günstige Prognosen zu. Ein leichter Abschwung in der Innennachfrage werde „von kurzer Dauer“ sein. Die Schätzungen für 2008 lägen bei den Zuwachsraten nach wie vor eher bei 3,5 als bei 3,0 Prozent. In den letzten vier Jahren sei außerdem das Prokopfeinkommen um acht Prozentpunkte im Vergleich zu dem europäischen Durchschnitt gestiegen.
Keine Kleinwagen von Renault-Nissan in Spanien Der Weltpräsident der Gruppe Renault-Nissan, Carlos Ghosn, hat es mit eindeutigen Worten abgelehnt, in den drei spanischen Fabriken Kleinwagen oder Billigautos herzustellen. Dieser Autotyp sei für die zukünftige Fabrik von Tanger im Marokko vorgesehen. Spanien beteiligt sich derzeit an aufwendigen Industrialisierungsprogrammen für den Norden Marokkos, nicht zuletzt, um die Einwanderungsströme von Marokkanern nach Spaniern zu drosseln. Die Reduzierung der Belegschaft der katalanischen Fabriken von Renault- Nissan begründete der Präsident mit dem Verlust von rund 50.000 neuen Kleinlastern, die in der Tat nicht mehr hier, sondern zukünftig in Tanger hergestellt werden sollen.
Ach wenn doch endlich Wahlen wären! Allmählich kann man es nicht mehr hören, nicht mehr sehen und auch nicht mehr lesen:: den Aufwand an Reden, Beschwörung, Beschimpfung, Ironie, Verleumdung, Beschönigung und Versprechen – Versprechen aller Art: von 400 Euro Steuerrückzahlung über Babyscheck und neue Bahnstrecken für das arme Katalonien. Wenn doch bloß schon Wahlen wären! Aber noch ist der 9. März drei Wochen weit weg. Also werden wir weiterhin in den spanischen Zeitungen statt Kurznachrichten mit Informationscharakter seitenlange Interviews mit den Politikern von Rechts und Links zu lesen bekommen. Regierungschef Rodríguez Zapatero im wohlausgeleuchteten Moncloa-Palast, dem Ort, in dem er es mit Ehefrau Sonsoles noch weitere vier Jahre aushalten möchte. Und auch der dröge ehemalige Registrator eines Liegenschaftsregisters, Oppositionschef Mariano Rajoy, läuft in den letzten Tagen des Vorwahlkampfes – der offizielle beginnt am 22. Februar – zu Hochform auf. Niemand hätte es für möglich gehalten und doch zeigen die Umfragen der renommierten Meinungsforschungsinstitute heute ein „technisches Unentschieden“ zwischen den (noch) regierenden Sozialisten und der konservativen PP an. Dabei gehen die Sympathiewerte zwischen dem charismatischen José Luis Rodríguez Zapatero und dem drögen Mariano Rajoy weit auseinander: während statistisch gesehen 50 Prozent sozialistisch und 50 Prozent konservativ wählen wollen, möchten doch gleichzeitig eher 70 Prozent der spanischen Bürger den stets lächelnden Zapatero als Regierungschef behalten. Wundersame Geheimnisse der Demoskopie! Und nun hat sich auch Sonsoles Espinosa, die Ehefrau des bisherigen Ministerpräsidenten, für Wahlzwecke einspannen lassen. Die ausgebildete Sängerin, die bisher stets streng darauf geachtet hatte, dass das Privatleben ihres Mannes, aber auch vor allem das Leben ihrer beiden schulpflichtigen Töchter völlig außerhalb der Presseberichterstattung blieb, posiert jetzt - auf der Höhe des Vorwahlkampfes, - auf der Titelseite eines so seriösen Blattes wie EL PAIS. Anscheinend herrscht in der Familie Zapatero doch ein gewisses Muffensausen, ob es der konservative Galizier Rajoy mit null Ausstrahlung und öden Wahlmottos („Für klare Ideen“) doch schaffen könnte, die bisherige Wahlarithmetik zu brechen. Die besagt nämlich, dass eine gewählte Regierungspartei so gut wie immer wiedergewählt wird. Der demokratische Wechsel hat also traditionell eine Amtszeit von acht Jahren. Eine Ausnahme waren die Wahlen von 2004, wo drei Tage vor dem Urnengang in Madrid 191 Menschen durch die größte Attentatsserie ums Leben kamen, die das Land je erlebt hat. Die Versteifung der damals regierenden PP auf eine Täterschaft der ETA kostete sie damals einen sonst sicheren Wahlsieg. Hoffen wir, dass uns in diesem März eine solch traumatische Erfahrung erspart bleibt. Und wenn wir noch einen Wunsch frei hätten, dann wäre es dieser: die Parteien sollten sich nicht schon im Voraus zerfleischen, wenn es um mögliche Koalitionen geht. Beschwörungen wie die, man werde sich nie und nimmer mit den Nationalisten einlassen oder die Nationalisten hätten schon einmal Katalonien an Madrid verkauft, sollten besser unterbleiben. Denn wenn es dabei bleibt, wie es heute aussieht, nämlich fuffzig/fuffzig, dann werden die Nationalisten – Katalanen, Basken, Galizier, - doch wieder als Mehrheitsbeschaffer gefragt sein. Angelika Eisenführ
Familientragödie in Teneriffa Ein 49jähriger Italiener sprang aus dem zweiten Stock seiner Wohnung in den Tod, nachdem er zuvor seine Ehefrau und seine beiden Kinder von sieben beziehungsweise vier Jahren mit Messerstichen getötet hatte. Die Tragödie ereignete sich in der Urbanisation Los Olivos in dem Ort Adeje. Die Nachbarn hörten den Aufprall des Mannes auf der Strasse und alarmierten die Polizei. Diese verschaffte sich Eingang in die Wohnung über den Balkon, nachdem auf nachdrückliches Klingeln niemand geöffnet hatte. Die Familie war niemals wegen häuslicher Gewalt, Kindesmißhandlung, Drogen-oder Alkoholmißbrauch aufgefallen. Die bei dem Toten festgestellten tiefen Messereinschnitte an den Pulsadern legten den Verdacht nahe, dass der Mann, den die Polizei „mit 95prozentiger Sicherheit“ für den Täter der Familientragödie hält, versucht hatte, sich selbst umzubringen. Nach ersten Ermittlungen überlebte nur ein großer und extrem gepflegter Dalmatinerhund das Drama.
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