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| Bahia-Blick Nachrichten | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Das grüne Blatt als Leitfaden - Kinder lernen Naturschutz –
Man hört sie schon von weitem,die Horde Erstklässler, wie sie da durch dieAiguamolls stapfen, um hautnah etwas von Natur und Naturschutz zu lernen. Ein grünes Blatt mit Fotos und der Beschreibung verschiedener Vogelarten haben die kleinen Jungen und Mädchen in der Hand und sie halten eifrig Ausschau, ob sie in der freien Natur ein Exemplar dieser Arten flattern sehen. Das geht natürlich nur mit viel Geplauder, mit Rufen, Lachen und Witzchen untereinander ab.
In China, so lernen die Kinder, sind Enten das Symbol für eheliche Treue – nie ist einer weit vom anderen weg, sie sind unzertrennlich. Und wenn „er“ auch gelegentlich den starken Mann markiert, was soll’s, bei den Menschen ist es doch auch nicht viel anders, mögen die Entendamen denken. Dass viele Tiere einen sogenannten Herdentrieb haben, das lernen die kleinen Jungen und Mädchen bei dieser Exkursion ebenfalls: schaut nur die Kormorane an, ermuntern die „señus“, liebevolle Abkürzung für „Señorita“, wie man in spanischen Schulen die Lehrerinnen anspricht. Die Schwarzröcke hocken immer in Gruppen auf ihrem schwimmenden Holzpfahl mitten im Wasser. Wenn dann ein ungewöhnliches Geräusch ertönt, ein Händeklatschen, ein Schuß oder ein aufheulender Motor in der Ferne, dann streichen sie ebenfalls in der Gruppe ab. Einigkeit macht stark, scheinen sie zu denken.
Und das Schönste an einem solchen Lehrgang im wahrsten Wortsinn ist dann der Schluss: Picknick auf den rustikalen Tischen rund um den Eingang zum Naturpark. Mal auf einer anderen als der Schulbank in das mitgebrachte bocadillo zu beißen, die Limonade durch den Strohhalm zu ziehen und später ein zünftiges Fußballspiel zu veranstalten, das ist auch für kleine Kinder der Inbegriff eines gelungenen Tages. Und auf diese spielerische Weise lernen die Jungen und Mädchen ,dass Tiere und Pflanzen gleichermaßen Respekt verdienen, dass wir Menschen nicht unbedingt die Krone der Schöpfung sind, sondern vielmehr ein Teil der gewaltigen Ordnung, die da Erde heißt. Es ist erfreulich, dass sich das Umweltbewußtsein auch in Spanien bis in die Klassenzimmer durchgesetzt hat und man darf hoffen, dass in Zukunft noch viele Schulkinder durch die Auen streifen, um einen Tag lang in freier Natur Genuß und Belehrung gleichermaßen zu erfahren. Angelika Eisenführ
Kampf an der Mückenfront
So zeigt man sich derweil besonders kämpferisch in Castell-Platja d’Aro, wo sich eine Larvenpopulation in der Größenordnung von 60.000 Stück auf einem Quadratmeter, in Stellung brachte. Deren zukünftiges Ausschwärmen gilt es aktuell zu verhindern und die Bemühungen zeigen ihren Erfolg. Zumindest momentan ist die Dichte auf 13.000 pro Quadratmeter zurückgegangen. Unbedingt will man die Situation des vergangenen Sommers ein zweites Mal verhindern, als Millionen Mücken den Menschen die Abendstunden im Freien dermaßen verdarben, dass sich das Nachtleben dort eigentlich nur noch hinter verschlossenen Fenstern und Türen abspielte. Die Beschwerden waren massiv und offensichtlich nachhaltig. Der Kampf gegen die mosquits ist ein mühseliges Unterfangen und läst unweigerlich an Don Quijote denken. Der kämpfte zwar nicht gegen Mücken sondern gegen Windmühlen, aber Rückschläge waren auch dem „sinnreichen Junker von der Mancha“ garantiert, die er unverdrossen tapfer weiter zu meistern versuchte. Ähnlich ergeht es auch Eduard Marquès, dem verantwortlichen Leiter des Servei de mosquits, wenn er nüchtern, aber zuversichtlich, feststellt: „Es ist unmöglich, die Mücken auszurotten, aber wir töten sie alle.“ Eine Nachahmung sei durchaus empfohlen, vorbeugende Maßnahmen ebenfalls. Dazu gehört in erster Linie, der Mücke ein ungastliches Ambiente zu bieten. Wasseransammlungen in Regentonnen, alten Blumentöpfen oder sonstigen Behältnissen sind unbedingt zu vermeiden. Duftstoffe in Form von süßen Parfums mag auch der stechende Plagegeist, eine vorherige Vitamin –B- Einnahme (über mindestens zwei Wochen) allerdings ist ihm eher unangenehm. Möglichkeiten gibt es viele, den stechenden Angriff abzuwehren, ohne zu sehr die chemische Keule zu schwingen. Befolgt man sie, kann man dem sirrenden Feind entspannt entgegentreten.S.H.
Spaniens Bienensterben und die Hintergründe
Katalonien liegt noch außen vor, schlimmer sieht es in Südspanien, Andalusien, aus. Ist man weltweit noch im Unklaren, was das Bienensterben letztendlich verursachen könnte, sind mittlerweile einige Erklärungen schon wissenschaftlich belegt. Die Trockenheit ist ein Punkt, der die Bienenvölker schwächt. 2003 war eines der heißesten und trockensten Jahre der Iberischen Halbinsel. Unter der Dürre litten auch die Bienen, nahezu 40% aller andalusischen Bienen starben in diesem Jahr. Viele Bienen gingen geschwächt in die Winterruhe, was einen weiteren Anstieg der Sterblichkeitsrate im darauf folgenden Jahr zur Folge hatte. Auch amerikanische Wissenschaftler bestätigen diese These. Hingegen wird die Klimaveränderung nicht als unbedingter Negativ-Faktor angesehen. Auch von einem Phänomen kann nicht die Rede sein. Immer wieder gab es Jahre, in denen von einem erhöhten Bienensterben gesprochen wurde, auch in weit zurückliegenden Zeiten. Allerdings noch nie in diesem Ausmaß. Pflanzenschutzmaßnahmen, insbesondere bei Rapspflanzen, stehen im Verdacht, nicht unbeteiligt zu sein, resistente Milben und deren erhöhte Virulenz, machen den Forschern Sorge, mit an der Sterblichkeit Schuld zu tragen. In Spanien kommt, neben der Trockenheit, auch noch der sorglose Umgang mit Imidacloprid hinzu, einem Pflanzenschutzmittel, welches aus gutem Grund in Frankreich bereits untersagt wurde, in Spanien aber massiv in den Sonnenblumenfeldern eingesetzt wird. Spanische Wissenschaftler weisen deutlich auf die Gefahr für das Nutztier Biene hin. Amerika und Spanien sind die Regionen, in denen Bienenzucht im großen Stiel betrieben wird. Daher erklärt sich auch die hohe Todesrate. Wenige, kleine Stämme kann man mit Glukose, Sojamehl – oder im Idealfall - mit Honig durchfüttern, bei großen Beständen geht das nicht mehr. Monokulturen und vor allem genmanipulierte Nutzpflanzen bedrohen das Nahrungsangebot der Bienen. Nicht zu vergessen, die üblichen Krankheitserreger, die in einem Bienenvolk, mit einem geschwächten Immunsystem besonders leichtes Spiel haben. Spanische Untersuchungen vermuten „einen Mix aus Allem“, der die Biene bedroht. Und damit nicht genug, zu all dem kommt auch noch ein blinder Passagier aus Afrika, eingeschleppt über ausländische Bieneneinkäufe: Aethina tumida, der Kleine Beutenkäfer. Er kam auf diesem Weg vor 10 Jahren nach Nordamerika, wo er sich in einer rasenden Geschwindigkeit ausbreitet. Über Schiffstransporte gelangte er nach Australien. Vor 6 Jahren tauchte er in Ägypten auf, drei Jahre später meldete Portugal eine ernsthafte Bedrohung durch den Käfer. Die Larven fressen den Honig, die Pollen und die Brut, sie zerstören die Waben und verschmutzen den Honig. Innerhalb kurzer Zeit haben sie ein gesamtes Bienenvolk vernichtet. Chemische Mittel gibt es, die den Käfer vernichten, doch die vernichten die Biene gleich mit. So steht der Mensch abermals hilflos vor einem hausgemachten Problem. In Spanien fordern Naturschützer, Wissenschaftler und Forscher gleichermaßen ein Verbot des Einsetzten von Imidacloprid, sowie ein stärkeres Engagement seitens der EU, ökologische Bienenzuchten zu forcieren. Der Anbau von Monokulturen bedarf einer kritischen Überdenkung und der stetig wachsende Trend zu genmanipulierten Erzeugnissen, darf nicht auf Bienenkosten geführt werden. Das auch in diesem Jahr les abelles, die Bienen, die Basilika von Castelló so frequentiert aufsuchen, ist ein gutes Zeichen für ein intaktes, natürliches Umfeld, so der Servei de Control de Mosquits und ein kleiner Hoffnungsschimmer, von dem weltweiten Bienensterben weiterhin verschont zu bleiben.
Landwirtschaftsgehilfe „Igel“
Den Preis für des Menschen Vergnügen zahlt der Bär
Schätzungsweise 130 Braunbären leben zurzeit in den Kordilleren. Mit Spannung verfolgen Naturschützer das Bärentreiben. Denn wie groß der Nachwuchs ist, der Mutter Braunbär jetzt auf dem Weg aus den Winterlagern begleitet, ist noch ungewiss. Doch all die Anstrengung dürfte in nicht allzu ferner Zukunft in Frustration umschlagen, denn in einer der schönsten Naturlandschaften von Kastilien und Leon, ist eine gigantischer Skipark geplant. Pisten von 50 Kilometer Länge werden ihre Schneisen in ein, bis dato unberührtes, Bärenparadies schlagen. 15 Liftanlagen sollen in Betrieb genommen werden, Parkplätze für 4000 Autos und mindestens 65 Reisebusse machen aus bunten Wiesenflächen eine öde Betonwüste. 100 Millionen Euro soll der zukünftige Skizirkus kosten. Die Heimat des Braunbären soll zu einem „Touristenpol“ werden. International Association for Bear Research and Management, der 700 Fachleute aus 50 Ländern angehört, sowie die Organisation Large Carnivore Initiative for Europe de la Unión Internacional, die höchste wissenschaftliche Organisation zur Erhaltung der Umwelt, haben ihre größten Bedenken gegen das Projekt ausgesprochen. Doch ob das noch nützen wird, ist mehr als fraglich. Zu hoch ist der erhoffte Gewinn in klingender Münze, als dass der Bär eine Chance hat. In Form eines niedlichen Plüschtiers ist ihm die menschliche Aufmerksamkeit gewiss. In der Realität sieht das leider anders aus.
Óscar Saladié, der Leiter der Studie, ist sich sicher einen Zusammenhang zwischen Klimawandel und Ernteverschiebung, zu erkennen. Insbesondere die Regionen im Landesinneren sind von einem Anstieg der Temperaturen betroffen. An den Küstenregionen sind, bedingt durch die Nähe des Meeres, die Temperaturen milder. In diesen Regionen verlagert sich die Reifezeit der Trauben nicht ganz so weit nach vorn. Die Studie hat weiterhin festgestellt, dass sich im Landesinneren die Temperaturen pro Dekade um 0,6 Grad erhöht haben. In Küstennähe sind es 0,4 Grad. Zeitgleich sank die Regenmenge. Saladié wies daraufhin, das gleich geartete Studien in Frankreich, Portugal, Italien, Amerika und Südafrika zu ähnlichen Ergebnissen geführt haben. Woraus man schließen muss, dass dies in den kommenden zehn Jahren zu erheblichen Veränderung in der Winzerbranche führen wird, sowohl in der Weinlese, als in den Traubensorten, dem Anbau und dem Vertrieb.
Bärenstarker Erfolg
Im letzten Jahr hatte Frankreich zu Hvala noch drei weitere Bärinnen und einen Bären in den Pyrenäen ausgesetzt. Nur wenige Wochen danach, im August 2006, kam der erste Rückschlag. Bärendame Palouma überlebte eine Verletzung nicht. Umso schöner ist die Nachricht über den bärigen Nachwuchs. Es scheint, als habe zumindest Hvala, sich gut in ihrer neuen Heimat eingelebt. Ab in die Freiheit
Sein schwimmender Kollege hat es da schwerer. Auch hier bemüht sich die Aufzuchtstation in Garriguella, aber die Beheimatung in der Freiheit gestaltet sich als schwierig. Der Katalane hat leider seine Vorliebe für exotische Haustiere entdeckt. Schlangen, Kaimane, Spinnengetier, Echsen und auch Schildkröten finden vermehrten Absatz in den Zoohandlungen. Die anfängliche Euphorie wandelt sich häufig in Unbehagen. Etwa dann, wenn aus dem niedlichen kleinen Reptil, ein beachtliches Exemplar geworden ist. Nicht selten werden diese dann in freier Natur entsorgt. So auch die Florida- Schmuckschildkröte. Sie schwimmt derweil in beachtlicher Anzahl in katalanischen Gewässern herum. Der Immigrant ist größer und robuster als die einheimische Wasserschildkröte. Ungalant ist der Amerikaner auch, er schnappt der kleinen Katalanin das Futter weg, und verdrängt sie von den wichtigen Sonnenplätzen. Problem Nummer zwei ist der Mensch. Auf sein Konto gehen Umweltverschmutzung und Rücksichtslosigkeit. Umso größer ist die Freude, dass immer wieder kleine Populationen den Schritt in die Freiheit schaffen. An der unteren Flussmündung der Ter ist das zu beobachten, ebenso in mehreren Weihern und kleinen Seen im Baix Empordà. S.H.
SPANIEN VERSCHÄRFT DIE GESETZE ZUM SCHUTZ DER NUTZ - UND VERSUCHSTIERE Die Auflagen betreffen zum einen den Viehtransport: In der kürzesten Zeit, die machbar ist, mit einer ausreichendes Versorgung von Wasser und
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